Wir wechseln

Wir wechseln die Klamotten..
Nein.
Wir tauschen die Klamotten…
Nein.
Wir machen bald rüber…
Oder so ähnlich.

…und wechseln vermutlich, ganz simpel, zu Wordpress classic dot com.

Oder zu Noblogs …

Oder zu Blackblogs …

Oder wir twittern halt.

Oder wasauchimmer.

Oder so… :)

LOL!

Whatever comes.

So long.

So far.

So what.

Bis bald.

Herzliche Grüße an alle unsre lovers and haters… ;)

Eure Steinchen

Ciao

Antiverschwurbelung

Verschwörungsideologen, Verschwörungsmystiker, Verschwörungstheoretiker, fühlen sich oft, seit ihrer Kindheit, zurückgesetzt. Das ist gesellschaftlich, familiär, sozial, herrschaftlich, begründet und u. a. patriarchaischen, kapitalistischen, herrschaftlichen Ursprungs.
Die Vorherrschaft der falschen Freiheit macht es möglich und verursacht es gleichzeitig.

Verschwörungsideologen, Männerbünde, Incels, Webtrolle, mehr oder weniger reiche, mehr oder weniger mächtige, vor allem cis Männer, weiße Männer und seltener poc Männer, sehr selten Frauen, ganz selten sogar vermeintliche Queers, aber, sie alle, die den Schwurbelmüll von sich geben, sie sehnen sich danach die hauptsächlich, suggerierten, illusionierten, Unterdrückten zu sein um deswegen schlechter gegenüber und böse gegen andere sein zu dürfen. Sie wollen, sie verlangen, die Absolution.

Btw.: Ihre Definition von „böse“ ist nicht unsere. Das erinnert an ganz klassischen religiösen Fundamentalismus, Hass und Menschenverachtung. Platteste Misanthropie.

Es eint sie der unbedingte Wunsch nach endloser, unesiegbarer, Stärke, Macht, Überlegenheit. Das ist ihre einzige große Gemeinsamkeit. Daneben und danach sind sie gegen alle, wahnsinnig, gegen alles und sich selbst, in unendlicher Konkurrenz.
Nur das Recht des stärkeren gilt, in ihren Augen, auf ewig. „… Und der Herr sprach…“. Amen.

Anschließend kann nichts positives mehr passieren, kommen, entstehen. Es herrscht unendliche Leere. Von der sind sie eigentlich, von Anfang, zeitlebens, erfüllt.
Sie trauern vor der echten Trauer, sind vorgeblich nicht zu solchen Empfindungen, wie Gefühlen, fähig, verleugnen diese gar und bedauern nur sich selbst.
Narzisstisches Selbstmitleid.
Jammern auf hohem Niveau.

Lösungsvorschläge haben sie keine. Ihre einzigen Argumente sind Wut, Kampf, Krieg, Zerstörung, Vernichtung.
Manche garnieren, schmücken das mit Blümchen aus, bevor sie es der Masse zum Fraß vorwerfen.
Das ist pathologischer, krankhafter, wahnhafter, Selbstbetrug.

Es gilt dagegen echte, emanzipatorische, Alternativen zu entwickeln, zu verteidigen und zu erweitern.

Patriarchat überwinden. Herrschaft beenden. Faschismus entwurzeln. Kapitalismus abschaffen.

Presseschaufreiheit

Wir dokumentieren hiermit aus dem D-Radio / D-Funk von heute, zur sog. „Pressefreiheit“ in Schland:

„In der „Rangliste der Pressefreiheit“ schätzt die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ die Lage in Deutschland nur noch als „zufriedenstellend“ und nicht mehr als „gut“ ein.

Die FRANKFURTER RUNDSCHAU hebt hervor, dass es seit Jahren ein Klima der Aggression gebe. „Sollten es da nicht die Institutionen sein, die das Grundrecht auf Pressefreiheit durchsetzen? Eigentlich. Doch selbst die Polizei hindert Journalist:innen immer wieder tatkräftig an der Arbeit. Als wären Medien die Feinde der Demokratie. Ist das nur falsche Einschätzung, Verblendung – oder Schlimmeres? Es gibt keine Freiheit ohne Pressefreiheit. Doch gab es je Freiheitsrechte, die nicht mühsam erstritten und ebenso mühsam verteidigt werden mussten? Was ist sie uns wert, die Freiheit der Presse?“, fragt die FRANKFURTER RUNDSCHAU.

„Natürlich dürfen und müssen die Medien kritisiert werden“, betont der TAGESSPIEGEL. „Aber in diesem Land sind Übergriffe auf Medienvertreter, zumeist bei Corona-Demonstrationen, an der Tagesordnung. Das Recht, ja die Pflicht zu Berichterstattung wird damit massiv gestört. Es ist besorgniserregend, wenn die Berichterstatter an ihrer Berufsausübung gehindert werden. Noch besorgniserregender ist es, dass Politik, Sicherheitsbehörden und Justiz auf diese Angriffe nicht entschieden genug reagieren. Die Täter erwecken oft nicht den Eindruck, dass sie sich vor den Konsequenzen ihres gewaltsamen Handelns fürchten. Das jedoch müssen sie, sonst wird der Abstieg Deutschlands auf der Rangliste der Pressefreiheit zur Rutschbahn.“ Mit diesem Kommentar aus dem TAGESSPIEGEL endet die Presseschau.“

Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/presseschau-aus-deutschen-zeitungen.2287.de.html
Abgerufen, kopiert und zitiert am 21.03.2021.

Was war und ist allerdings grundsätzlich mit der sog. „Pressefreiheit“ wenn es um linke bis linksradikale, sog. „linksextreme“, (DIY-) Nachrichtenportale und (Print-) Medien geht? Vgl. z.B. die Geschichte der „Radikal“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Radikal_(Zeitschrift)).
Vgl. z.B. den bekannten repressiven Umgang mit „Indymedia Linksunten“ o.ä. linken Internetseiten (https://de.wikipedia.org/wiki/Indymedia).
Wie uns die Geschichte der Bundesrepublik, nach 1945, gezeigt hat, ist das sog. Grundrecht auf Meinungsfreiheit und das sog. Grundrecht auf Pressefreiheit (Medienfreiheit) sowie die weiteren betreffenden Punkte in Artikel fünf des Grundgesetzes, ergo die Verfassung, nicht einen Pfifferling wert, wenn es wirklich drauf ankommt. (Siehe z.B. auch: Kommunikationsfreiheit und Zensur, was Linke angeht.)
Ergo war es schon immer sehr sehr schlecht um die sog. Pressefreiheit in Schland bestellt.

Statement der solidarischen Gesellschaft

Wir dokumentieren das:

„Statement der solidarischen Gesellschaft [(von #unteilbar)]

anlässlich erneuter Mobilisierungen von „Querdenken“ und anderen Pandemieleugner*innen im Frühling 2021

Egoismus und Rücksichtslosigkeit zerstören den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wer sich „Querdenken“ anschließt, fordert eine Gesellschaft, in der die gesundheitlichen Gefahren für Millionen Menschen geleugnet werden und in der antisemitisch konnotierte Verschwörungserzählungen an die Stelle von überprüfbaren Fakten treten; in der die demokratische Debatte durch das Recht der Stärkeren ersetzt und die Zusammenarbeit mit Faschist*innen zur Normalität wird. In einer solchen Gesellschaft wollen wir nicht leben. Viele von uns würden sie nicht überleben.

Das Hinterfragen staatlicher Politik, auch der Corona-Maßnahmen, ist wichtig. Wo es notwendig ist, üben wir Kritik. Dabei sind wir uns einig: Verschwörungserzählungen, Rassismus und faschistische Ideologien sind niemals legitim. Als solidarische Gesellschaft setzen wir uns für das Wohl aller Menschen ein. Wir wollen eine Politik, die niemanden zurücklässt und die verhindert, dass in der Krise einige immer reicher und viele immer ärmer werden. Wir erwarten die ausnahmslose Einhaltung der Menschenrechte, vorausschauendes Handeln und Raum für demokratische Kontrolle, der einer offenen Gesellschaft entspricht. Wir wollen eine lebenswerte Zukunft für alle – in der Krise und danach!

Wir verzichten momentan weitgehend auf den massenhaften Ausdruck unserer Forderungen auf der Straße, weil Kontaktbeschränkungen und Abstand wichtige Mittel des Infektionsschutzes sind. Wenn wir auch in Pandemiezeiten demonstrieren, halten wir uns an die Hygieneregeln.

Wir planen gemeinsam die nächsten Proteste für einen klimagerechten, sozialen, antirassistischen und geschlechtergerechten Weg aus der Krise und unterstützen uns dabei gegenseitig. Zusammen streiten wir für eine Zukunft, die von allen mitgestaltet werden kann.

Wir sind Menschen, deren Arbeitsplätze, Existenzen, Wohnverhältnisse oder Schutzräume bedroht sind, Menschen, die bezahlt oder unbezahlt Sorgearbeit leisten, und Menschen, die bisher weniger hart von der Krise betroffen sind. Wir fordern, dass alle die Unterstützung und den Schutz bekommen, den sie brauchen. Die Kosten der Krise müssen gerecht verteilt werden.
Wir sind behinderte Menschen und Menschen mit oder ohne Beeinträchtigung unterschiedlichen Alters, mit und ohne Vorerkrankungen. Wir sind alle von dem Virus betroffen, aber nicht alle gleichermaßen. Wir handeln weiterhin rücksichtsvoll und schützen uns gegenseitig, bis alle sicher sind.
Wir sind Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte, religiös oder nicht, mit verschiedenen Geschlechtern, unterschiedlichen sexuellen Orientierungen, BIPoC und Weiße, mit oder ohne Fluchterfahrung und mit unterschiedlichem Aufenthaltsstatus. Wir stellen uns der menschenfeindlichen rechten Bewegung entschieden entgegen. Denn für nicht wenige von uns stellt sie eine direkte Bedrohung für das Leben dar. Wir setzen uns gemeinsam für eine Gesellschaft ein, in der alle Menschen ohne Angst leben können.
Wir sind Menschen, die gegen die Pandemieleugner*innen auf die Straße gehen, kreative Aktionen machen und aktiv widersprechen, und Menschen, die aufgrund der Pandemie gerade nicht mehr geben können als ihre symbolische Unterstützung. Wir machen zusammen deutlich: Hinter den solidarischen Gegenprotesten steht eine große Mehrheit!“

Quelle: https://ilmr.de/2021/freiheit-geht-nur-solidarisch-unteilbar-statt-vereinzelt

Statement als PDF: https://ilmr.de/wp-content/uploads/2021/04/Statement-Freiheit-geht-nur-solidarisch.pdf

„Das Statement kann auf www.unteilbar.org von Einzelpersonen sowie Organisationen unterzeichnet werden. Dort ist auch die Liste aller Unterzeichnenden einsehbar.“
ebd.

Die Coronakrise ist eine kapitalistische Krise

Wir dokumentieren hiermit einen Text aus Berlin:

„Corona ist das Virus – Ausbeutung ist die Pandemie

Unsicherheit bestimmt unser tägliches Leben in der Krise. Geschäftsschließungen, kein Zusammenkommen in Cafés, keine gemeinsamen Geburtstage. Stattdessen finanzielle, familiäre und berufliche Zukunftsängste. Plötzlich scheint unsere Gesundheit durch soziale Momente gefährdet. Wir sollen uns auf die Einschätzungen von Epidemiolog*innen und das Infektionsschutzgesetz verlassen. Aber die Diskrepanz zwischen dem Verbot im Park ein Bier zu trinken, während wir morgens im vollgestopften ÖPNV ins Büro fahren, lässt an vielen Stellen den Weg hin zur autoritären Bevormundung erahnen.

Es dauerte fast ein Jahr bis kostenlose Schnelltests allgemein zugänglich wurden. Dabei stellte sich heraus, dass zwei Drittel der Corona-Toten in Pflegeheimen gestorben sind. Trotzdem müssen Pflegekräfte weiterhin um Entlastung kämpfen. Es wird klar, dass hinter den Forderungen nach „Solidarität“ einzig und allein die Absicht steht, die Wirtschaft zu retten und nicht, sich um die Menschen zu kümmern.

Auch für Schulen und Kitas gibt es nach einem Jahr der Krise noch keine überzeugenden Lösungen. Als die Schulen geschlossen wurden, wurden die Wohnungen zum Klassenzimmer und Computer zur Eintrittskarte in diese Klassen. Dieser Schritt führte dazu, dass die Qualität der Ausbildung der Schüler*innen viel stärker abhängig von den Fähigkeiten und Ressourcen der Eltern wurde. Zudem wurden die Schwächen bei der digitalen Ausstattung der Schulen offensichtlich.

Andererseits ist schon Ende März 2020 ein Hilfspaket für die deutsche Wirtschaft in Höhe von 1,2 Billionen Euro geschnürt worden. Fast die Hälfte ging in Form von Staatskrediten an Konzerne wie Adidas, ThyssenKrupp, Lufthansa und Tui. Was auf diese Hilfen folgte, waren Ankündigungen von Massenentlassungen im Sommer (Airbus 10.000, Deutsche Bank 18.000, BMW 6.000 Stellen etc.). Der Autokonzern Daimler, der im Corona-Jahr 700 Millionen Euro Staatshilfen für Kurzarbeit kassiert hatte, erhöhte dankend die Dividende seiner Aktionär*innen um fast 50% im Vergleich zum Vorjahr.

Es ist offensichtlich, dass die Krise dafür genutzt wird, den Arbeitsmarkt umzustrukturieren und den nationalen Vorsprung auszubauen. Da bleibt kein Geld für den Ausbau des Gesundheitssystems, das keine börsennotierten Profite abwirft. Die Bundesregierung arbeitet seit dem ersten Tag der Pandemie Hand in Hand mit den Konzernen in einem weltweiten Konkurrenzkampf um niedrigere Löhne und Sozialabbau. Auf diesem Feld der Ausbeutung können selbst die „offenen“ Grenzen, ausschließlich in Bezug auf Saisonarbeiter*innen aus Osteuropa, die der Corona-Pandemie schutzlos ausgeliefert werden, als Gewinn für den Standort Deutschland bejubelt werden. AHA-Regel (Abstand-Hygiene-Alltagsmaske) und Stay-at-home sind nur ein sehr kleiner Ausschnitt einer Krisenbewältigungsstrategie, die nicht den Zusammenbruch des Gesundheitssystems, sondern jenen der Profitraten fürchtet.
Krisen treffen die Menschen am unteren Ende der Arbeitswelt am härtesten, da diese keinen Schutz und keine Ressourcen haben. Und durch diese Krise sind noch mehr Menschen in diese prekäre Lage geraten.

Den Gastronomiesektor hat es besonders stark getroffen. Als Restaurants, Kneipen und Clubs geschlossen wurden, mussten viele Menschen um ihre Lebensgrundlage bangen. In der Gastro und anderswo wurden als erstes migrantisierte Menschen entlassen und diejenigen mit „Mini-Jobs“ oder in irregulären Arbeitsverhältnissen. Viele, die ihre Arbeit verloren haben, sind ausgewichen auf Jobs als Kurierfahrer*innen bei Essens- oder Paketlieferdiensten.
Schon vor Corona haben immer weniger Menschen im Einzelhandel eingekauft und sind auf Online-Portale umgestiegen. Geschäftsschließungen und Kontaktbeschränkungen haben die Zahl der Online-Bestellungen von Waren und Essen noch mal dramatisch ansteigen lassen und damit auch die Arbeitsbelastung für der Kuriere erhöht. Zeitstress, irreguläre Arbeitszeiten und schlechte Bezahlung sind die Norm. Schutz vor Ansteckung, wie Masken und Desinfektionsmittel, oder notwendige Arbeitsmittel, wie Fahrrad oder Handy, werden meist nicht von den Firmen bereitgestellt. Aufgrund befristeter Verträge, Anstellung auf Mini-Job Basis oder Selbstständigkeit gibt es zudem weder Jobsicherheit noch ausreichenden Kündigungsschutz, da Arbeitsschutzgesetze nicht richtig greifen.

Gerade in Berlin profitieren Firmen davon, dass es viele Menschen gibt, die arbeitslos sind oder keinen Zugang zum regulären Arbeitsmarkt haben und denen deshalb nichts anderes übrigbleibt, als unter diesen Bedingungen zu arbeiten.

Home-Office ist die andere Seite der Krise. Den Firmen wird nahegelegt Home-Office zu ermöglichen, um die Gefahr einer Infektion für die Arbeitnehmer*innen zu minimieren. Mit Hygienemaßnahmen im Büro und der Fabrik wird jedoch vehement versucht, diesem Schritt zu entkommen. Andererseits wird dabei auch außer Acht gelassen, dass die Koordinierung der Betreuung der Kinder, Reproduktionsarbeit im Haushalt und die Abgrenzung von Arbeit und Freizeit besonders für Frauen eine zusätzliche Belastung darstellen.

[…]“

Quelle: E-Mail
Original von: https://asanberlin.blackblogs.org/?page_id=127&event_id1=1890

Mehr siehe auch: https://lockdowncapitalism.noblogs.org/

Kapitalismus abschaffen.

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„Corona ist das Virus – Kapitalismus die Pandemie

Die Regierungen begegnen der Corona-Pandemie mit Einschränkungen, Lockdowns, Ausgangssperren, sozialer Isolation und dem Slogan „stay home, stay safe“. Der Staat macht deutlich, dass es wichtiger ist, den Kapitalismus am Laufen zu halten, als uns zu schützen und zu unterstützen. Profit zuerst.

Der Unterschied zwischen verschiedenen Arten von Arbeit macht dies besonders deutlich. Während die einen ins Homeoffice geschickt werden, wird vielen dieses Privileg verwehrt und sie müssen sich der Krise jeden Tag ohne ausreichenden Schutz stellen. Arbeiter*innen in Supermärkten, Lieferdiensten, Fabriken, Pflegeheimen, Schulen und Kitas können nicht einfach von zu Hause aus arbeiten. Menschen werden genötigt, überfüllte öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen und ihren Tag an einem Ort zu verbringen, an dem die Schutzmaßnahmen vom Arbeitgeber oft nicht umgesetzt werden, da der Gesundheitsschutz dem Geschäftsprofit untergeordnet wird. Tausende migrantische Saisonarbeiter*innen, aus dem (EU-)Ausland dafür eingeflogen, sind dazu gezwungen, in beschissenen Arbeitsverhältnissen auf engstem Raum in Ernte- und Schlachtbetrieben zu arbeiten und in Massenunterkünften zu wohnen.

Und zugleich sollen wir uns freuen, wenn wir überhaupt noch einen Job haben. Viele, die früher in Restaurants, Bars und im Kulturbereich gearbeitet haben, sind jetzt arbeitslos. Denn die von der Regierung auferlegten Einschränkungen betreffen vor allem die Freizeit. Kunst- und Kulturstätten mussten schließen, private Kontakte sollen stark reduziert werden. Die einzig erwünschte Freizeitgestaltung ist der Konsum.

Wir dürfen uns nicht vereinzeln lassen, wir müssen zusammen kommen, uns organisieren und kämpfen, in Betriebsräten und mit Arbeitsniederlegungen für mehr als nur Krisenbewältigung. Für die Überwindung der Lohnarbeit und der kapitalistischen Verhältnisse.

Die Ungerechtigkeiten des kapitalistischen Systems werden durch die aktuelle Gesundheitskrise noch verstärkt. Menschen, die bisher in unserer Gesellschaft unsichtbar gemacht wurden, werden weiter unterdrückt und ihre Lebensbedingungen zunehmend unerträglich. Die staatlichen Einschränkungen führen dazu, dass Menschen mit psychischen Problemen, Wohnungslose und Illegalisierte allein gelassen und vergessen werden. Gefangene werden isoliert, da Besuchszeiten und Hofgang reduziert oder sogar verboten werden. Migrant*innen werden weiterhin abgeschoben oder in Abschiebegefängnissen unter unmenschlichen Lebensbedingungen festgehalten. Sicherheitsmaßnahmen wie Abstand und einfache Hygiene sind in überfüllten Lagern an den Grenzen Europas wie Moria und Samos nicht möglich. Die Regierungen lassen die Menschen systematisch zurück und beschwören eine nationale Einheit, in der denjenigen Schutz versichert wird, die für die Aufrechterhaltung der Wirtschaft als wichtig erachtet werden.

Abstand halten bedeutet für Viele den Verlust sozialer Kontakte und Hilfsangebote. Notunterkünfte und Beratungsstellen sind geschlossen oder arbeiten stark eingeschränkt. Dabei ist gerade jetzt der Bedarf an Unterstützung groß. Häusliche Gewalt hat stark zugenommen. Doch die Überlebenden haben derzeit kaum die Möglichkeit, sich den Gewalttätern zu entziehen, „stay home, stay safe“ funktioniert für sie nicht. Die immer stärkere Betonung des traditionellen Familienmodells verschärft auch die Ausgrenzung von Menschen, die sich für andere Lebensmodelle entscheiden oder diejenigen, die nicht in die Geschlechternorm passen.

Die Aneignung des Begriffs der „sozialen Verantwortung“ durch die Regierungen soll verdecken, dass sie eigentlich nichts für die Menschen in dieser Krise tun. Stattdessen ermahnen sie uns, in unserem Privatleben verantwortlich zu handeln, um das hohe Infektionsrisiko auszugleichen, das wir eingehen müssen, um die Wirtschaft am Laufen zu halten. Einschränkungen und Kontrollen für die Allgemeinheit, Hilfspakete für große Konzerne.

Wie könnten wir für uns selbst verantwortlich sein, in einer Gesellschaft der Kontrolle und Unterdrückung? Wir müssen uns gegenseitig unterstützen, solidarisch mit unseren Nachbar*innen und in unseren Kiezen sein. Nachbarschaftshilfe und Kiezkommunen sind eine Möglichkeit, uns so zu organisieren, dass niemand allein gelassen wird.

Seit dem Beginn der Pandemie gibt es rassistische Erzählungen, in denen als asiatisch wahrgenommene Menschen für den Ausbruch des Virus verantwortlich gemacht wurden und arabische Hochzeiten als Super-Spreader-Ereignisse galten. Polizeikontrollen und Gewalt mit dem Infektionsschutz als Vorwand richten sich mehrheitlich gegen People of Colour. Rechte Gruppen erstarken wieder in der Mitte der Gesellschaft, verbreiten faschistische Ideologie, Antisemitismus und Verschwörungstheorien.

Nein, wir müssen die Pandemie nicht leugnen. Wir müssen auch nicht Hand in Hand mit Neonazis marschieren, um die staatlichen Maßnahmen abzulehnen. Seit jeher gibt es Kämpfe und Auseinandersetzungen gegen Ungerechtigkeiten und Unterdrückung durch das kapitalistische und neoliberale System. Und Nationalismus war noch nie eine Lösung.“

Quelle: https://lockdowncapitalism.noblogs.org/

Der Normalbetrieb ist das Problem

Dokumentiert, aus der konkret:

https://konkret-magazin.de/587

„Immer weiter im Normalbetrieb

Heft 4/21

In Zeiten der Pandemie wird ein alter Hut herausgekramt: die Generationengerechtigkeit. Von Tim Wolff

Es ist müßig, die notorische Arschkrampe Boris Palmer aus den Güllemassen des täglichen deutschen Tümelns zu ziehen, doch kann man mindestens ahnen, wie schrecklich das jeweils gerade ist, was das Press- und Funkwesen und die angeschlossenen Parteien als »politischen Diskurs« verklären, wenn der Tübinger Oberbürgermeister sich darin verbeißt. »Wir haben Triage in der Kinder- und Jugendpsychiatrie«, verkündete er bei »Maybrit Maischberger, aber fair« oder zu welchem Volksempfang er da gerade wieder geladen war.

Denn plötzlich machte man sich überall um junge Menschen Sorgen, die man vor der Einführung der coronabedingten Minimalrücksicht auf alte nicht hatte. »Herausforderung Pandemie: Die vergessene Generation der Corona-Krise« (ZDF), »Hilferuf aus Berliner Oberschule: ›Der Tag-Nacht-Rhythmus ist beeinträchtigt, sie haben Versagens- und Zukunftsängste‹« (»Spiegel«), »Die Jugend hat Heimweh nach der Zukunft« (»FAZ«). Man müsse, so der überall schreiende Subtext, Schulen, Kitas usw. öffnen, auch wenn sich dann das Virus weiter verbreite, denn ohne diese Anstalten verkümmere die Jugend. Der Schutz der Großeltern ist dagegen eine Verlockung, der man – wie ein Kommentator der »Welt«, des Blattes für die Normalisierung rechtsextremer Ansichten, wusste – nicht erliegen darf: »Auch wenn es in einem Wahljahr verlockend scheinen mag: Wer Ältere nachhaltig vor dem Corona-Virus und seinen Folgen schützen will, darf die Jungen nicht vergessen. Denn ein zweiter Blick zeigt, dass es nicht im Interesse Älterer sein kann, Jüngere zu dominieren.«

Das hätte der »Welt«-Mann mal seiner Meute erzählen sollen, als es um »Fridays for Future«-Schulstreiks ging.

Wenn Boris Palmer also den Begriff »Triage« – der für das Versagen westlicher Gesundheitssysteme steht, die sich seit Beginn der Pandemie als unfähig erweisen, massenhaftes jämmerliches Sterben zu verhindern – nonchalant auf die Nöte junger Menschen überträgt, ist das nur die erbärmliche wie zynische Spitze der Slogans des trotz allem laufenden Betriebs. Und deswegen wie gemacht für ein Land, dem das Sterben Schutzbedürftiger noch nie ganz so wichtig war.

Trotzdem erstaunt es immer wieder, mit welch dreister Ignoranz das Leid verschiedener Gruppen gegeneinander ausgespielt wird. In Deutschland wird seit Jahren die stationäre Versorgung psychisch Kranker immer schlechter, aus Betriebswirtschaftsgründen werden Krankenhausaufenthalte verkürzt und Menschen noch im Wahn als geheilt entlassen, überdies wird keinerlei nennenswerte Vor- oder Nachsorge geleistet. Und die psychischen Nöte junger Menschen sind bestenfalls halbgare Plakatkampagnen wert. Aber wenn es darum geht, dass die Boris Palmers dieses Landes »die Wirtschaft vor Schaden bewahren« wollen, also vor geringfügigen kurzfristigen Einbußen, sind die psychischen Belastungen Minderjähriger auf einmal sehr wichtig. Wobei die einzige Idee, die der Boris, wie der Rest der Politik, zur Linderung hat, die ist: Zurück in den Leistungsdruck und Sozialkampf der Schulen in der besten aller möglichen Gesellschaften.

Schulen sind aber keine Orte des sozialen Glücks, sie sind nicht mal Orte dessen, was Bildung sein könnte. Sie sind mit notdürftigen Mitteln betriebene Systeme, die junge Menschen arbeitsmarkttauglich machen sollen (und jede Menge von ihnen aussondern, da ohnehin nicht genug bezahlte Arbeit vorhanden ist). Eine der vielen Möglichkeiten, mit dem dabei entstehenden Leistungsdruck umzugehen (neben hässlichen wie Mobbing), ist die Bildung von Freundschaften. Doch selbst wenn diese dort entstehen, werden sie bevorzugt außerhalb der Schule, wenn nicht sogar explizit gegen sie und ihre Zumutungen gepflegt.

Wenn es der Politik tatsächlich um »Bindungslücken« (Bundesfamilienministerin Franziska Giffey, SPD) bei jungen Menschen ginge, die durch (im Ergebnis unzureichende) Maßnahmen gegen eine Pandemie entstanden sind, müsste sie die Schulen erst recht schließen und den Kindern und Jugendlichen Sozialkontakte außerhalb einer sinnlos aufrechterhaltenen Lehrplanerfüllung ermöglichen. Aber darum ging und geht es nicht, sondern um die Verwahrung Minderjähriger, damit die bereits arbeitsmarkttauglich gemachten Eltern unter Risiko einer Ansteckung mit einer gefährlichen Krankheit weiter dem Markt dienen können.

Manchmal geht es aber auch nur darum, dass der Papa aus dem mittleren und gehobenen Management, für dessen Wohlergehen Politik im wesentlichen da ist, sich nicht eine längere Zeit mit den eigenen Kindern beschäftigen muss. Er hat sie doch nur, damit das SUV gelegentlich voll wird. Deswegen waren Kitas, Horte und dergleichen auch zu keinem Zeitpunkt tatsächlich geschlossen, sondern boten »Notbetreuung«. Wobei Not als das definiert wurde, was ohne Corona Grundbedingung gesellschaftlicher Teilhabe ist: Gelderwerb. Und da kein Unternehmen in irgendeiner Weise dazu verpflichtet wurde, der Belegschaft die Betreuung der eigenen Kinder zu ermöglichen, waren alle Betreuanstalten weit mehr als zur Hälfte gefüllt. Ohne ausreichenden Schutz vor Ansteckung für die dort Arbeitenden.

Aber selbst dieser kollektive Selbstbetrug genügte schon zur »Öffnungs«-Rebellion der Meinungsmächtigen. Dann doch lieber die für den Markt unwichtig gewordenen Alten, die man sonst so gern zu vertreten behauptet, verrecken lassen, bevor man sich ernsthaft mit den Ängsten und Nöten des Nachwuchses beschäftigen muss. Zu offensichtlich macht der Ausnahmezustand das normalbetriebliche Versagen gleich zweier konservativer Institutionen: Schule und Familie. Noch vor wenigen Jahren herrschte die Ansicht vor, dass Krippen und Kitas Kinder verrückt machen, wie man am bis heute von der DDR seelisch zerstörten Osten erkennen könne. Nun sollten die Kinder nicht zu lange in ihren Familien bleiben, weil es sie mindestens psychisch zerstört. Was ja auch stimmt, dank alltäglicher, fast ausschließlich männlicher Gewalt, die aber rassistisch und klassistisch aufgelöst wird; Gewalt gibt es hierzulande nur als die der »Bildungsfernen«.

Familien und Schulen sind Orte permanenten Gesellschaftsdrucks, ohne Rücksicht auf die Gesundheit. Und ohne Corona würde sich niemand Relevantes daran stören. Unauffällige Triage ist der Normalbetrieb. Deutschland benötigt für so etwas keine Pandemie.“

Quelle: https://konkret-magazin.de/587
Abgerufen, kopiert und zitiert am 12.04.2021.

Wider den Normalismus. Kapitalismus überwinden. Normalzustand abschaffen. Schland bezwingen.

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